Gliederung Wissenschaftliche Arbeit

Video: Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit – Wie man sie schreibt & was es zu beachten gilt

Was macht eine erfolgreiche Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit aus? Wie kann ich sie zielführend gestalten? Wie ist der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit und was gehört oder gehört nicht in die einzelnen Teile der Arbeit? – Diese und andere Fragen werden in einem Video beantwortet.


Transkription

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einem Tutorial von GWriters.

Heute möchten wir Ihnen gerne zeigen, wie man eine Gliederung für eine wissenschaftliche Arbeit gut und zielführend gestaltet.

Jetzt werden Sie vielleicht sagen “Gliederung? Das klingt doch relativ einfach und da braucht man sich doch vielleicht gar keine so großen Gedanken darüber machen.” – Aber von einer guten Gliederung hängt ganz entscheidend die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit ab. Weil wenn Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht haben wie die Gliederung aussieht, dann ist auch sichergestellt, dass Sie den roten Faden in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit verfolgen. Es ist ganz entscheidend, dass man sieht, wie Ihre Gedankenflüsse und Übergänge in einer wissenschaftlichen Arbeit sind. Nur so kommen Sie dann auch zum Ziel, welches Sie sich in einer wissenschaftlichen Arbeit gesetzt haben.

Ich möchte Ihnen jetzt gerne zeigen aus welchen zentralen Bestandteilen eine Gliederung besteht und welche Fragen Sie sich im Vorfeld einer Gliederung stellen sollten.

Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit: Fragen & Überlegungen

Fangen wir zunächst einmal an mit den Fragen. Da gilt es, die berühmten “W-Fragen” zu beantworten. Das heißt: Was ist zentraler Inhalt meiner wissenschaftlichen Arbeit? Das werden Sie sich im Rahmen eines Exposés bereits im Vorfeld überlegen. Die zweite richtige Frage, die Sie sich stellen müssten, ist “Was ist die Zielsetzung meiner wissenschaftlichen Arbeit?” Was soll also als Ergebnis herauskommen? Ist es “nur” eine Literaturrecherche – eine Erhebung des Status Quo – oder sollen neue Erkenntnisse generiert werden, sogar vielleicht ein neues Forschungsmodell entwickelt werden?

Letztlich geht es dann darum zu erheben “Was ist das Ergebnis? ” Was soll der Output der wissenschaftlichen Arbeit sein, welcher sich dann in der Regel auch im Fazit niederschlägt?

Eine wichtige Frage ist auch – die wir sicher in späteren Tutorials auch nochmal aufnehmen werden: Was ist die Methodik Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Ich habe es gerade schon angedeutet – machen Sie “nur” eine Literaturrecherche oder nehmen Sie wirklich eine empirische Forschung vor? Das heißt: Befragen Sie Menschen? Machen Sie Experteninterviews? Machen Sie Online-Befragungen?

Und zuletzt ist natürlich für die Gliederung auch noch ganz entscheidend: Wie soll der Umfang Ihrer wissenschaftlichen Arbeit sein? Also, ist es eine Hausarbeit? Ist es eine Projektarbeit? Ist es eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit, eine Diplomarbeit? Die Grundgliederung ist sicherlich immer die gleiche, aber die Gliederungstiefe (die Gliederungsstufen) ist natürlich unterschiedlich von Art zu Art der wissenschaftlichen Arbeit.

Diese W-Fragen sollten Sie sich vorab stellen, bevor Sie überhaupt anfangen sich mit einer Gliederung zu beschäftigen. Weil alle Ergebnisse aus diesen W-Fragen fließen später in Ihre Gliederung ein.

Was ist eine Gliederung und wie sollte sie aussehen?

Kommen wir nun zum zweiten Teil: Wie soll denn Überhaupt eine Gliederung aussehen? Sie alle werden sicherlich schon einmal einen Aufsatz in der Schule geschrieben haben. Im Grunde genommen ist fast eine wissenschaftliche Arbeit nichts anderes als ein Aufsatz – vielleicht ein bisschen detaillierter, ein bisschen ausführlicher und natürlich ein bisschen tiefer als ein Aufsatz in der Schule. Aber schon der Aufsatz in der Schule bestand aus drei großen Teilen: der Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss. Und letztlich besteht eine wissenschaftliche Arbeit auch aus diesen großen Teilen. Vor der Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit stehen in der Regel die Verzeichnisse. Es sei denn, die Formatvorgaben Ihrer Universität/Ihrer Hochschule geben Ihnen etwas anderes vor. Manchmal erscheinen diese nämlich auch zum Schluss einer wissenschaftlichen Arbeit. In der Regel aber am Anfang. Das heißt, Sie werden zu Beginn das Deckblatt haben, Sie werden zu Beginn das Inhaltsverzeichnis haben, Sie werden ein Abkürzungsverzeichnis haben, ein Symbolverzeichnis haben, ein Abbildungsverzeichnis und ein Tabellenverzeichnis – ggf. noch ein Glossar, das wahrscheinlich aber am Ende der wissenschaftlichen Arbeit.

Gliederung & Aufbau: Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit

Dann steigen Sie klassischerweise in den ersten großen Teil der wissenschaftlichen Arbeit, in die Einleitung, ein. Gerade bei der Einleitung, dort spielt dann das Thema Zielsetzung und Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit eine wesentliche Rolle. Was überlegen Sie sich in der Einleitung? In der Einleitung machen Sie zunächst einmal eine Problematisierung, eine Problemstellung. Das heißt, Sie stellen dem Leser erstmal dar “Was ist überhaupt das Problem? Was ist die wissenschaftliche Relevanz? Warum beschäftigen Sie sich überhaupt mit dieser Fragestellung?” Sie zeigen ggf. auch schon erste Forschungslücken in der Literatur. Wenn Sie das getan haben, werden Sie detailliert darstellen, was die Zielsetzung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist und was das Ergebnis Ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist. Was soll also am Ende herauskommen? So, wie ich es vorhin schon erläutert hatte.

Dem folgt in der Regel die Aufstellung des Aufbaus der wissenschaftlichen Arbeit, der Gang der Untersuchung – dies ist auch ganz zentral. Weil damit geben Sie gewissermaßen den roten Faden in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit vor. Ein ganz wichtiger Teil in der Einleitung ist dann auch noch die Methodik. Das heißt, Sie beschreiben mit welcher Methodik Sie innerhalb der wissenschaftlichen Arbeit vorgehen – so, wie ich es vorhin schon mal kurz erwähnt hatte. Beispielsweise sei hier an dieser Stelle die Literaturrecherche genannt. Oftmals finden sich am Ende der Einleitung der wissenschaftlichen Arbeit dann auch die Forschungsfragen. Die Forschungsfragen, die resultieren am Ende dann auch aus der Zielsetzung. Zum Teil auch die Hypothesen, wobei Sie Hypothesen im Hauptteil erarbeiten können, teilweise sogar sollen – je nachdem welche Art der Forschung Sie betreiben. Damit wäre die Einleitung auch schon ein Stück weit abgeschlossen. Man sagt so, in der Regel, eine Einleitung sollte maximal ein Drittel der wissenschaftlichen Arbeit betragen. Oftmals aber sogar noch weniger. Es hängt auch immer davon ab – finden sich jetzt beispielsweise Forschungsfragen oder Hypothesen bereits in der Einleitung wieder? Gegebenenfalls – dann wird eine Einleitung natürlich noch umfangreicher und dann ist ein gewisser Umfang auch noch gerechtfertigt – könnten Sie sogar Definitionen in der wissenschaftlichen Arbeit in der Einleitung schon wiederfinden.

Gliederung & Aufbau: Hauptteil einer wissenschaftlichen Arbeit

Dann kommen Sie zum Hauptteil. Im Hauptteil, da gilt es dann die eigentliche Problemstellung der Arbeit darzustellen, und das eben sauber strukturiert. Sauber strukturiert – ich kann hier an dieser Stelle sicherlich nur allgemein Hinweise geben. In der Regel wird es so sein, dass Sie aus der Literatur zunächst einmal den Status Quo erheben. Dann Forschungslücken erheben und dann Gemeinsamkeiten/Unterschiede herausstellen, vielleicht Wiedersprüchlichkeiten herausstellen und das dann auf Ihr konkretes Forschungsproblem anwenden. Hier kann dann z.B. eine Online-Befragung oder auch eine Expertenbefragung noch zusätzlich mit hinzukommen. Das bietet sich gerade gut an, wenn man dann auch die Ergebnisse aus dieser Online-Befragung oder aus diesem Experteninterview beispielsweise mit den Ergebnissen aus der Literaturrecherche abgleicht: Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellt.

Am Ende kommt quasi ein Fazit heraus. Ein Zwischenergebnis – Indem Sie darstellen was die zentralen Erkenntnisse aus der Literaturrecherche und auch die zentralen Erkenntnisse der empirischen Forschung sind. Zum Schluss wird es zusammengefasst in einem Endergebnis. Dieser Hauptteil macht sicherlich das Große der wissenschaftlichen Arbeit aus. Dann hängt es natürlich auch bisschen davon ab: Haben Sie einen empirischen Teil oder haben Sie keinen empirischen Teil? Dort müssen Sie auch mit Ihrem Betreuer absprechen, wenn Sie einen empirischen Teil haben, wie viel der Gliederung sollte er darstellen? In der Regel kann man sagen – wenn Sie einen empirischen Teil haben, wird sicherlich der Literaturteil eher untergeordnet sein und dem empirischen Teil wird die größere Bedeutung beigemessen werden.

Gliederung & Aufbau: Fazit einer wissenschaftlichen Arbeit

Dann sind wir auch schon fast beim Schluss der wissenschaftlichen Arbeit angelangt. Man nennt das Fazit, Zusammenfassung oder Schlussfolgerung – je nachdem was wir alles dort in diesen Schluss der wissenschaftlichen Arbeit wiederfinden. In der Regel werden Sie zunächst einmal eine Zusammenfassung, ein Fazit, aus der wissenschaftlichen Arbeit ziehen. Das heißt, die generellen Botschaften nochmal in wenigen kurzen und knappen Sätzen zusammenfassen. Ganz wichtig: Hier sollten Sie keine neue Literatur mehr verwenden und keine neuen Erkenntnisse aufwerfen – sondern wirklich das, was Sie erforscht haben, in wenigen Sätzen zusammenfassen. Dann werden Sie auch in einem kurzen Satz eine zentrale Schlussfolgerung ziehen und Sie werden vor allem in der Regel in der Schlussfolgerung in diesem ganzen Kapitelschluss dann auch Forschungsfragen beantworten, die Sie ja am Anfang auch in der Einleitung aufgeworfen haben. Und Sie werden auch zur Überprüfung der Hypothesen kommen, also zur Verifizierung der Hypothesen. Können die Hypothesen jetzt bestätigt werden oder müssen sie verworfen werden? Und Sie werden eben auch begründen warum sie ggf. bestätigt werden können oder warum sie ggf. verworfen werden müssen. Ein auch wichtiger Teil im Schluss ist die Reflektion. Die Reflektion einerseits der gewählten Methodik. Das heißt: Hat sich die Methodik, die Sie innerhalb der wissenschaftlichen Arbeit gewählt haben, hat sich die bewährt? Wenn ja, warum? Oder hat sie sich nicht bewährt? Und auch das sollten Sie entsprechend dann ausführen um dort auch ggf. Ansatzpunkte für weiterführende, für fortführende Arbeiten, zu finden. Gerade diese Reflektion ist auch wichtig, weil sie eben dann auch dem Korrektor zeigt: Sie haben sich kritisch mit der Arbeit auseinandergesetzt. Eine kritische Auseinandersetzung ist das nächste Stichwort. Das heißt, am Ende müssen Sie sich auch fragen – Ihre Zielsetzung – konnte das Ergebnis erreicht werden? Das heißt, Ihre Zielsetzung, die Sie sich am Anfang gestellt haben, konnten Sie die durch die Erarbeitung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit erreichen? Sie gilt dann also dort dann auch – vielleicht haben Sie die nicht erreicht und das ist gar nicht schlimm. Sondern das zeigt eher, dass Sie sich im Vorfeld eine Methodik überlegt haben, die Sie aus genannten Gründen der wissenschaftlichen Arbeit für zielführend, für richtig erachtet haben – die dann aber aus Gründen, die Sie jetzt erwähnen, doch nicht zielführend genug waren. Und am Ende, ganz am Ende, steht dann der Ausblick. Das heißt, Sie zeigen auf a) welche Implikationen für weitergehende Forschung gibt es ggf. aus Ihrer wissenschaftlichen Arbeit. D.h. was sind Fragestellungen, die ggf. noch offen geblieben sind? b) Wie geht es überhaupt in der wissenschaftlichen Forschung mit Ihrem Thema weiter? Hier sollten Sie nicht zu visionär schreiben. Sondern sollten hier wirklich auf Basis Ihrer Erkenntnisse, die Sie in der wissenschaftlichen Arbeit gehabt haben, überlegen/darstellen/skizzieren wie mögliche weiterführende Entwicklungen aussehen könnten.

Gliederung & Aufbau: Literaturverzeichnis einer wissenschaftlichen Arbeit

Ja, und ganz am Ende steht dann das Literaturverzeichnis. Das ist nochmal ein ganz eigenes Thema, auf das wir sicherlich auch nochmal in Tutorials eingehen werden. Da gibt es ganz wichtige und ganz bestimmte Formatvorgaben, die zu beachten sind. Und zum Schluss steht in der Regel eine eidesstattliche Versicherung, wo Sie dann bestätigen, dass Sie Ihre Arbeit selbstständig und ohne Unterstützung Dritter verfasst haben.

Ja, das sind so die wesentlichen Punkte, die Sie in einer Gliederung beachten sollten. Wie Sie sehen, ist dies doch gar nicht so einfach wie Sie das vielleicht am Anfang gedacht haben. Es gibt ganz zentrale Punkte zu beachten. Ganz wichtig ist: Am Anfang wirklich diese W-Fragen zu stellen und diese zu beantworten und dann steht einer erfolgreichen Gliederung und damit auch einer erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeit nichts im Wege. Die Gliederung, wie Sie sehen, ist das A und O um zum Ziel zu kommen. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit und denken Sie an die Gliederung!